Meine Messer fertige ich alle in Handarbeit, lediglich beim Grundschliff kommt ein Bandschleifer zum Einsatz, alles andere entsteht mit Feilen, Schmirgelpapier und viel Geduld.
Ich fertige alle meine Messer mit einem Steckerl, da diese Bauart mehr Freiheit bei der Gestaltung des Griffes ermöglicht, leicht und trotzdem sehr stabil ist.
Dabei vermeide ich jegliche abrupten Änderungen der Stärke des Erls und die Schultern auf denen der Handschutz liegt sind gerundet. So nimmt der Erl vom Ricasso aus kontinuierlich bis zum Ende ab.

Die Planung

Jedes Messer beginnt mit einer Zeichnung um Proportionen und das Verhältniss der Zwischenlagen zum restlichen Griff zu visualisieren. Die Klingenform wird den Anforderungen entsprechend gewählt, die Grifflänge entsprechend der Handgrösse.

Ich verwende meistens Werkzeug- oder Wälzlagerstähle wie den 1.3505, 1.2442, 80CrV2 oder auch Damaskus Stahl von Achim Wirtz und Norbert Bahls. Als rostfreier Stahl kommt der M390 oder N690 zum Einsatz.

Als Klingenschliff bevorzuge ich einen Flachschliff der je nach Verwendung eine feinere oder stärkere Fase aufweist.

Proportionen

Ich bin der Meinung, dass das Ricasso die gleiche Breite wie die Zwinge direkt unter dem Handschutz haben sollte, ist die Zwinge schmaler stimmen die Proportionen nicht, genau so, wenn der Griff unter der Rückenlinie liegt.
Die Formen und Linien der Klinge sollten sich im Griff fort setzen, damit alles wie aus einem Gruss aussieht.

Das Ricasso

Das Ricasso ist der nicht geschärfte Bereich der Klinge über dem Handschutz. Ich fertige gerne diesen Bereich mit einer deutlich frei stehenden Schneide, da dieses das Schärfen erleichtert und die Schneidenform auch nach jahrelangem Schärfen die gleiche bleibt, ohne eine S-Form aufzuweisen. Bei der Wahl der unterschiedlichen Formen ist die Verwendung zu berücksichtigen, so soll die Schneide nach Möglichkeit so lang wie möglich sein und sich dicht über dem Handschutz befinden, andererseits soll gerade bei Jagdmessern verhindert werden, daβ sich die Schneide verfangen kann. Unter Umständen kann dieser Bereich mehrere Zentimeter lang sein, um es zu ermöglichen, die Klinge kurz zu greifen.



Handschutz

Der Handschutz weisst auf der Vorderseite als Design Element eine leichte Kante auf, die als haptischer Wegweiser funktioniert, sodass man auch blind weiss, wie herum man das Messer hält. Der Handschutz wird mit 6% Ag Lot verlötet, welches bei 230ºC schmilzt und der Anlasstemperatur des Stahls entspricht, so dass die Härte nicht beinflusst wird. Trotzdem schütze ich die Klinge beim Verlöten mit einem feuchten Tuch vor Hitze. Ein verlöteter Handschutz garantiert einen hermetisch geschlossenen Griff. Bei einigen Konstruktionen wie z.B. bei einem Handschutz aus Puddeleisen, wird dieser perfekt angepasst und mit Epoxi verklebt, da das Lot die Struktur des Eisens verschmutzen würde.



Der Handschutz kann aus Messing, Eisen, Stahl, Neusilber oder Bronze gebaut werden, "Gunmetal" oder Rotguss bekommt eine bräunlich-rote Patina, Phosphorbronze als CuSn8 oder CuSn6 wobei die CuSn6 ebenfalls eine dunklere Patina bekommt, absolut korrosionsbeständig für die Liebhaber der See, auch Aluminiumbronze.

Griffabschluss

Die Messer baue ich meistens mit einem Griffabschluss aus 2-3mm Bronze, Messing, Eisen, Büffel, Silber oder auch mit Inlays aus Mammut Elfenbein oder Büffel. Bei Jagdmessern kann gerne auch eine Patronenhülse einer bedeutenden Jagd oder des bevorzugten Kalibers eingelassen werden.

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